Ignaz-Schön-Straße 9 | 97421 Schweinfurt
Vom genialen Künstler-Unternehmer zum Millionär:
Margit Hofmann führt durch die Dürer-Sonderausstellung im Museum Georg Schäfer
In ihrer begeisternden Art führte OStDin i. R. Margit Hofmann die interessierte Gruppe des Freundeskreises durch die aktuelle Sonderausstellung im Museum Georg Schäfer. Wie der Name der sehr gelungenen erstmaligen Kooperation der beiden Schweinfurter Schäfer-Museen („DRUCKREIF“) schon verrät, geht es hier um Albrecht Dürers äußerst umfangreiches druckgrafisches Werk. Der Industrielle Otto Schäfer hatte im Laufe seines Lebens (1912-2000) fast alle originalen Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen des Nürnberger Meisters zusammengetragen. In der besuchten Ausstellung werden diese nach Werkgruppen bzw. Themen angeordnet und treten teilweise in Dialog mit Bildern aus dem 19. Jahrhundert der ständigen Sammlung des MGS. Gekonnt in Szene gesetzt werden die Exponate in komplett neu gestalteten Räumen mit innovativer Wandgestaltung, die einzelne Szenen aus Dürers Grafiken herausvergrößern. Aufgrund seines enormen Talents, außergewöhnlichen Fleißes und cleverer Vermarktungsstrategien war Dürer bereits zu Lebzeiten ein sehr berühmter Künstler und verdiente mit dem Verkauf seiner Grafiken und Gemälde schon richtig viel Geld. Der „Superstar der Renaissance“ verfügte bei seinem viel zu frühen Tod (1471–1528) über ein Vermögen von umgerechnet mehreren Millionen Euro. Margit Hofmann wies auf wesentliche, teils wiederkehrende Motive, Feinheiten und Symbole der ausgestellten Werke hin und lenkte den Blick auch auf den feinen Humor des Künstlergenies, der oft gerade bei religiösen Darstellungen wie der heiligen Familie oder Maria mit dem Jesuskind aufblitzt. Höhepunkte der Sonderausstellung waren die drei sogenannten Meisterstiche „Melencolia“, „Ritter, Tod und Teufel“ und der besonders stimmungsvolle „Hl. Hieronymus im Gehäus“. Die Nürnberger Gesellschaft der damaligen Zeit, Einflüsse weiterer Künstler der Renaissance und auch die von Dürer perfektionierten druckgrafischen Techniken waren weitere Aspekte der inhaltlich sehr dichten Führung, die ihren wunderbaren Abschluss in der gemeinsamen Betrachtung des ikonischen „Rhinocerus“ fand. Barbara Schug für den Freundeskreis