Einmal im Leben den Trubel des Times Square erleben und gleichzeitig Mitglied einer internationalen Konferenz sein? Für unseren Schüler Paul Bönig der Q13 wurde dieser Traum in der Woche vom 09. bis 14. Februar 2026 Wirklichkeit.
Für Paul ging es direkt ins UN-Hauptquartier in New York – zusammen mit mehreren hundert anderen Jugendlichen aus der ganzen Welt. Internationale Sicherheit, Menschenrechte und die Kunst der Debatte standen in dieser Woche für ihn auf dem Stundenplan – er war Delegierter des „Model United Nations“ (MUN), einem weltweiten Planspiel, bei dem Schülerinnen und Schüler sowie Studierende die Arbeit der Vereinten Nationen simulieren.
Warum macht man das, Paul?
„Um ein wirkliches Gefühl für das zarte Gefüge internationaler Diplomatie zu bekommen, führt kein Weg an der praktischen Durchführung vorbei. In der Simulation hatte ich die Ehre, die Delegation für die Islamische Republik Afghanistan zu stellen; genauer gesagt Afghanistan im „Human Rights Council“, ein Gremium, welches sich die Achtung und Wahrung der Menschenrechte auf die Fahne geschrieben hat. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf dem Schutz von Menschenrechtsaktivisten und der humanitären Lage im Jemen. Diplomatie baut zu großen Teilen auf Konsens. In der Praxis bedeutet das, lange Reden zu halten, heimlich Allianzen zum „beiderseitigen Wohl“ zu schmieden und unliebsame Delegationen taktisch klug zu unterwandern. Das Besondere an der Konferenz war der Rollenspielcharakter, ich vertrat also nicht meine private Meinung, sondern die Ansicht der Islamischen Republik Afghanistan und ihrer Vertreter.
Ich fand mich schon bald in meiner Rolle zurecht, es fiel mir immer leichter, Reden vor über 300 Menschen auf Englisch zu halten. Schnell wurde mir klar, dass Diplomatie bedeutet, stundenlang über einzelne Punkte einer Resolution zu verhandeln, hierbei muss auf sämtliche nationale Befindlichkeiten einer Nation Rücksicht genommen werden, ohne das eigene Ziel aus den Augen zu verlieren.
Zum Glück gab es zwei freie Tage und längere Verhandlungspausen, in denen ich mir New York anschauen konnte. Ich hatte die besondere Ehre, direkt am ersten Tag das UN-HQ besichtigen zu dürfen, in den folgenden Tagen konnte ich mir noch das 9/11 Memorial, die Freiheitsstatue, das Empire State Building, den Trump Tower, China Town und den Central Park ansehen, am Times Square war ich häufiger, da unsere Konferenz dort in einem Hotel stattfand. Selten hat sich in meinem Leben jeder Tag so unterschiedlich angefühlt. Die Stadt hat viele Gesichter: von bedrohlich bis hin zu purem Luxus. Aber das Seltsamste hierbei ist, das selbst eine einzelne Straße so unterschiedlich sein kann, dass sie das gesamte gesellschaftliche Spektrum der Stadt perfekt einfängt.“
Wir sind sehr stolz auf Paul, dass er sich den Herausforderungen gestellt hat und mit neuen Erfahrungen, einem Award für „best negotiation“ und persönlich gereift zurückgekehrt ist.
Paul Bönig, Q13
Anja Engelhardt