Die Werke zweier außergewöhnlicher moderner Künstlerpersönlichkeiten waren Gegenstand der Führung durch die Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt und Kuratorin der Sonderausstellung Andrea Brandl.
Herbert Zangs (1924-2003) schuf Collagen aus bearbeiteten Fundstücken und nutzte unterschiedliche Materialien und Stile. Hubert Berke (1909-1979) experimentierte mit Schrottteilen, Werkzeugresten und Fundobjekten und gestaltete fantasievolle Installationen mit oft interaktiven und märchenhaften Dimensionen. Beispielhaft im Foto sein „Schneewittchens Sexter war ein Troubadour“ von 1968-1969. Für dieses kinetisch-akustische Werk, das bei den Teilnehmenden des Freundeskreises großen Anklang fand, beschrieb er „Hutmaschine, Metallteile, Elektronik“.
Wesentlicher Bestandteil von Brandls Führung war auch das Museum selbst, das ja aus dem ehemaligen „Ernst-Sachs-Bad“ nach der Beendigung des Badebetriebs entstand. Die Entstehungsgeschichte des architektonisch äußerst bemerkenswerten Bades in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, Zerstörung im Weltkrieg und Wiederaufbau, Badebetrieb bis 2004 und Neueröffnung als Museum für moderne Kunst im Jahr 2009 waren wichtige Aspekte der Führung, in der die Leiterin auch Bereiche öffnete, die im alltäglichen Museumsbetrieb nicht zugänglich sind. Virtuell bewegten sich die Interessierten z. B. auf, neben und unter der ehemaligen Wasserfläche. Heute schafft die ehemalige Schwimmhalle für moderne, großformatige und oft auch dreidimensionale Kunstwerke ideale räumliche Bedingungen, wie sie kaum woanders zu finden sind, wie die Kuratorin mit großem Stolz mehrfach betonte.
Barbara Schug