Eine Woche vorher: Der BalancAkt beginnt. Die Lehrkräfte bereiten sich neben dem regulären Unterricht, Unterrichtsvorbereitung, Nachbereitung, Korrektur, Sitzungen, Elterngesprächen usw. auf den Fairtrade-Tag vor. Deshalb an erster Stelle ein großer Dank an alle, die sich unerschrocken in fachfremde Themen einarbeiten!
7.55 Uhr: Als Startschuss in den Projekttag bietet es sich an: das faire Frühstück. Bananen, Tee, Kaffee, Getreide oder Schokolade im Kuchen aus fairem Handel gesellen sich zum Ei, zur Salatgurke, einem Apfel, zur Milch vom Bauern um die Ecke und auch die Wurst auf dem Brötchen vom ortsansässigen Bäcker harmoniert zum Duft von Waffeln, der sich durch das Schulhaus zieht. Und selbstgemacht ist auch fair: Denn jedes Lebensmittel ist etwas wert.
Ab 8:40 Uhr beginnt die heiße Phase: In der fünften Jahrgangsstufe thematisiert man Kinderalltag in anderen Ländern, die nicht die Schule gehen können, um dann den Fokus auf Kinderrechte zu richten. In der 6. Jahrgangsstufe beschäftigt man sich über alle Klassen hinweg sehr intensiv mit dem nachhaltigen Anbau von Kokosnüssen. Als Material wurden dazu Videos von Farmern herangezogen, die sich zu Fairtrade-Kooperativen zusammengeschlossen haben und für ihre Waren zusätzlich zum Verkaufspreis die Fairtrade-Prämie erhalten. Trotzdem müssen die Bauern „balancieren“, da ihre Produkte mit denen aus herkömmlichem Anbau konkurrieren. Was habe ich in meinem Kleiderschrank, wie oft trage ich es und was tue ich, wenn ich meine Klamotten nicht mehr trage? Durchaus berechtigte Fragen, die zeigen, was unsere Kleidung uns wirklich wert ist und in der 10. Klasse zu einem Vergleich von Fast Fashion und Fair Fashion führte. Geht man augenblicklich Kaffee kaufen, so dürfte auffallen, dass die Kaffeepreise im Vergleich zum letzten Jahr höher liegen. Grund genug, sich genauer mit der Frage nach dem Anbau, der Verarbeitung und der Verarbeitung von Kaffee zu beschäftigen.
12.10 Uhr: Die Klassenzimmer öffnen sich, man präsentiert sich gegenseitig Galery Walks, Plakate, Flyer, Filme und zeigt, was man an diesem Tag gearbeitet hat.
13.00 Uhr: Es war ein arbeits- und ergebnisreicher Tag. Wie in den vergangenen Jahren hat es sich das Olympia-Morata-Gymnasium auf die Fahne geschrieben, „Fairtrade“ aktiv zu leben, gerade weil es auch für eine Schule oft ein BalanceAkt ist, zwischen der Erfüllung des Lehrplans und dem, was unser eigentliches Ziel ist, nämlich den Raum zu schaffen für eine umfassende menschliche Bildung, um einen jungen Menschen aus dieser Schule zu entlassen, der zwischen all den Herausforderungen, Freuden, Pflichten und positiven Erlebnissen sich selbst ausbalanciert.
Carolin Sauer für das Fairtrade-Team am OMG