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Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau vom 20. bis 21. Februar 2025
Theresienstadt, Auschwitz, Warschau und schließlich Dachau…

… – grausame Lebensstationen in Konzentrationslagern des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, dem Namensgeber der außerschulischen Bildungseinrichtung des Max Mannheimer Studienzentrums in Dachau. Dieses ermöglicht jungen Menschen aus aller Welt eine intensive und pädagogisch hervorragend aufgearbeitete Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte.
Auch in diesem Jahr haben unsere neunten Klassen eine zweitägige Studienfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau und zum Studienzentrum Max Mannheimer unternommen. In Workshops vertieften die Schülerinnen und Schüler zunächst die Hintergründe zu den von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagern im Allgemeinen und zu Dachau im Speziellen und lernten die Schicksale einzelner Häftlinge kennen. In Gruppen beschäftigten sie sich mit Original-Listen zu den Opfern, erkundeten die Umgebung des ehemaligen Konzentrationslagers und warfen auch einen Blick auf die Täter, besonders auf den SS-Lagerkommandanten Theodor Eicke, der eine menschenverachtende Lagerordnung einführte. Von Beginn an zeigten alle Empathie für die Opfer und starke Betroffenheit von den Erzählungen und Geschehnissen im Lager. Sie begegneten den Schicksalen der entrechteten und misshandelten Menschen mit großem Interesse und größter Achtung.
Beim Gedenkstättenbesuch am zweiten Tag stand die Besichtigung und Begehung der historischen und zum Teil rekonstruierten Gebäude und Plätze des Lagers an. Im Fokus standen das Leben und Erleben der Häftlinge in verschiedenen Lagerepochen, die Verwaltung und Organisation des Lagers mit seinen mittlerweile 169 bekannten Außenlagern in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich und das Verhältnis zwischen der Bevölkerung und dem Lager. Unzählige Exponate, Fotografien, Textquellen und Zeichnungen von ehemaligen Häftlingen zeugen von dem leidvollen Schicksal der Opfer, die v. a. aus politischen und rassistischen Gründen willkürlich ihrer Freiheit und am Ende oftmals ihres Lebens beraubt wurden. Bei den Schülerinnen und Schülern führte die Auseinandersetzung mit den Gräueln zu unterschiedlichen Emotionen, die von Trauer, Schock und Fassungslosigkeit bis hin zu Wut über die nicht verstehbare Gewalt, die Menschen einander zufügen können, reichten; viele Tränen flossen. In diesem Zusammenhang betonten Sie einmal mehr die Wichtigkeit, sich gegen menschenfeindliche Haltungen und Parteien stark zu machen und wie wertvoll die Menschenrechte sind, für deren Wahrung es sich stets einzusetzen gilt.
Sie verstanden die Wichtigkeit von Erinnerungsarbeit im Sinne von Max Mannheimers Botschaft: „Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“


Anja Engelhardt, Friederike Eckel-Süssner